Musik in Olper Kirchen: Programm
Tag / Datum / Uhrzeit
| Veranstaltung | Ort | Mitwirkende |
Freitag, 01.05.2026, 19.30 Uhr
Sonntag, 17.05.2026, 17.00 Uhr
Sonntag, 24.05.2026, 17.00 Uhr | ORGELIMPRIVSATIONSKONZERT UND STUMMFILM
KONZERT FÜR TROMPETE UND CEMBALO
ORGELIMPROVISATIONSKONZERT ZU PFINGSTEN | St. Martinus Olpe
St. Marien Olpe
St. Martinus Olpe | Paolo Oreni (Mailand/I)
Dr. Markus Müller, Reichshof (Trompete) DKM Dr. Jürgen Seufert, Olpe (Cembalo)
Anna-Helena Schlüter, Würzburg
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| Sonntag, 07.06.2026, 17.00 Uhr | KONZERT FÜR ORGEL UND OBOE | Evangelische Kirche Olpe | Karla Schröter, Köln (Barock-Oboe) Nelson Lee, Norwegen (Orgel) |
Klangvielfalt in Olper Kirchen – Soli- und Duokonzerte mit besonderem Profil
Der Verein Musik in Olper Kirchen setzt seine erfolgreichen Konzertreihen mit einer Reihe hochkarätiger Solo- und Duokonzerte fort. Im Mittelpunkt stehen dabei die klanglichen Möglichkeiten historischer und klassischer Instrumente – von der Orgelimprovisation über die feinsinnige Barockoboe bis hin zur festlichen Kombination von Cembalo und Trompete.
Zwei Orgelimprovisationskonzerte:
- Freitag, 01.05.2026, 19.30 Uhr, St. Martinus Olpe – „Orgel und Stummfilm“ mit Paolo Oreni (Mailand – I)
- Sonntag, 24.05.2026, 17.00 Uhr, St. Martinus Olpe – „Orgelimprovisationskonzert zu Pfingsten“ mit Anna-Helena Schlüter (Würzburg)
Die Kunst des Augenblicks
Gleich zwei Konzerte widmen sich der faszinierenden Kunst der Orgelimprovisation. Die Orgel gilt seit Jahrhunderten als „Königin der Instrumente“ – nicht nur wegen ihrer klanglichen Größe, sondern auch wegen ihrer besonderen Fähigkeit, spontan musikalische Architektur entstehen zu lassen.
In diesen Konzerten erleben die Zuhörerinnen und Zuhörer unmittelbar, wie aus musikalischen Motiven, Themen oder sogar Publikumsanregungen eindrucksvolle Klanglandschaften entstehen. Zwischen meditativer Klangtiefe und virtuoser Brillanz entfaltet sich ein musikalischer Spannungsbogen, der jeden Abend zu einem einmaligen Erlebnis macht.
Cembalo und Solotrompete – Festlicher Glanz
Sonntag, 17.05.2026, 17.00 Uhr Marienkirche Olpe
Dr. Markus Müller, Reichshof (Solotrompete),
DKM Dr. Jürgen Seufert, Olpe (Cembalo)
Ein weiteres Highlight bildet ein Konzert für Cembalo und Solotrompete. Diese klanglich reizvolle Kombination vereint die perlende Transparenz des Cembalos mit der strahlenden Kraft der Trompete. Gerade im Barock war diese Besetzung besonders beliebt, etwa in Werken von Benedetto Marcello oder Georg Philipp Telemann. Das Zusammenspiel verspricht festliche Virtuosität, tänzerische Leichtigkeit und musikalischen Glanz. Als Solowerke für Cembalo werden Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, Georg Andreas Monn und Wolfgang Amadeus Mozart zu hören sein.
PROGRAMM
Benedetto Marcello (1686-1739)
„Sonata I in F” für Trompete und Cembalo
Largo—Allegro—Largo—Allegro
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
„Sonate V in A“/Wq 70/1, H 133 für Cembalo solo
Allegro—Andante con tenerezza—Allegretto
Georg Philipp Telemann (1681-1767)
„Sonata in F“ für Trompete und Cembalo
Vivace—Largo—Allegro
Georg Matthias Monn (1717-1750)
Drei Präludien und Fugen für Cembalo solo:
„Präludium und Fuge in G“/“Präludium und Fuge in g“
„Präludium und Fuge in F“
Benedetto Marcello
„Sonata IV in G” für Trompete und Cembalo
Andante—Allegro non troppo—Largo—Allegro
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
„Andante in F“/KV 616 für Cembalo solo
Orgel und Oboe – Dialog zwischen Atem und Pfeife
Sonntag, 07.06.2026, 17.00 Uhr – Evangelische Kirche Olpe,
„Concert Royal“ (Köln) – Echo-Klassik-Preisträger 2015
Karla Schröter, Köln (Barock-Oboe), Nelson Lee, Norwegen (Orgel)
Ein weiteres Konzert bringt die Orgel in einen feinsinnigen Dialog mit der Oboe. Die warme, kantable Stimme der Oboe verbindet sich mit dem farbenreichen Klangspektrum der Orgel zu einem besonders ausdrucksstarken Zusammenspiel.
Das Programm mit Werken von Krebs, Bach, Hertel, Steenberg, Cappelen, Kauffmann, Viola, Cabanilles und Christian Gotthilf Tag, spannt den Bogen von barocken Werken bis hin zu romantischen Klangbildern und zeigt, wie eindrucksvoll sich beide Instrumente ergänzen: die tragende Klangfülle der Orgel und die lyrische Intensität der Oboe schaffen eine Atmosphäre zwischen Andacht, Eleganz und virtuoser Spielfreude.
PROGRAMM
Johann Ludwig Krebs (1713 - 1780)
Fantasia in C
Choralvorspiel über: Wachet auf, ruft uns die Stimme
für Oboe und Orgel a 2 Claviere e Pedale
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Praeludium und Fuga a-Moll BWV 543 für Orgel
Johann Wilhelm Hertel (1727 – 1789)
Partita d-Moll für Oboe und obligate Orgel
(ohne Bezeichnung) – Largo – Vivace
Per Steenberg (1870-1947)
Fuge mit dem Choral: Kirken den er et gammelt hus für Orgel
Christian Cappelen (1845-1916)
Postludium über: Tochter Zion Op. 27 Nr. 2 für Orgel
Georg Friedrich Kauffmann (1679 – 1735)
Herr Christ, der einige Gottessohn
Wie schön leuchtet der Morgenstern
aus: Harmonische Seelenlust
Anselm Viola (1738 – 1798)
Sonata Nr. 14 für Orgel
Joan Cabanilles (1644 - 1712)
Tiento nr 44 de Batalla, 5o tono punto bajo für Orgel
Johann Ludwig Krebs
Fantasia a 4 in F
für Oboe und Orgel a 2 Claviere e Pedale
Christian Gotthilf Tag (1735 - 1811)
Nun danket alle Gott
Choralvorspiel für Oboe und Orgel
Die Ausführenden:
Ensemble CONCERT ROYAL Köln (ECHO Klassik Preisträger 2015):
Karla Schröter Barockoboe
Nelson Lee Orgel
Zum Programm:
Werke aus der Zeit zwischen Barock und Frühklassik stehen auf dem Programm dieses Konzertes.
Im 18. Jahrhundert entwickelte sich eine spezielle Gattung des instrumentalen Zusammenspiels in der Kirchenmusik: es entstanden Werke für ein Blasinstrument und obligate Orgel. Geographisches Zentrum dieser Gattung war der Fürstentum Sachsen sowie Thüringen. Der größte Teil dieser Werke schreibt als Blasinstrument die Oboe vor, seltener das Horn oder auch Trompete, Flöte oder das Fagott. Neben wenigen frei komponierten Werken, entstanden hauptsächlich Choralvorspiele, in denen das Blasinstrument den Cantus Firmus, den Choral, blies und die Orgel, meist in Triosätzen reichhaltige, oft sehr virtuose Figurationen spielte.
Jacob Adlung schreibt hierzu: "Wie man nun die mehresten Ausführungen auf der Orgel allein zu machen pflegt, so ist es doch auch angenehm, wenn ein Hautbois oder ein ander geschicktes Instrument heimlich hinter oder neben die Orgel gestellt wird, welches der Choral ausführt, und durch die Orgel begleitet wird, entweder alles nach Noten, oder aus dem Stegreife. Nach Noten könnte auch solch Instrument die Variation machen, und das übrigte besorgte die Orgel" (Anleitung zur musikalischen Gelahrtheit, 1758).
Diese Gattung entwickelte sich fast ausschließlich im Schüler- und Enkelschülerkreis Johann Sebastian Bachs, wobei von Bach selbst kein Werk dieser Gattung mit Sicherheit überliefert ist.
CONCERT ROYAL Köln wurde von der Oboistin und Cembalistin Karla Schröter gegründet. Der Name des Ensembles, das zur Zeit seiner Gründung einen Schwerpunkt auf die Interpretation französischer Barockmusik gelegt hatte, leitet sich ab von F. Couperins Sammlung der Concerts Royaux. Das Ensemble arbeitet sowohl als Kammermusikensemble als auch in Orchesterformationen mit barockem und klassischem Instrumentarium des 18. Jahrhunderts, im Bereich der Kammermusik insbesondere als Holzbläserensemble mit und ohne Continuoinstrumente, bei einigen Programmen unter Hinzunahme von Instrumenten wie Viola d‘Amore, Naturhörnern oder Naturtrompete. Erstmalige Wiederaufführung von Werken des 18. Jahrhunderts im kammermusikalischen, orchestralen und oratorischen Bereich sind eine Spezialität dieses Ensembles. Es war u.a. Gast bei Musica Flandrica, Belgien, im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, dem Quedlinburger Musiksommer, dem Hohenloher Kultursommer, dem Deutschen Mozartfest Chemnitz, den Arolser Barockfestspielen, dem Festival Mitte Europa uva.
Nach der CD "Bläserkammermusik der Brüder Graun" folgten Gesamteinspielungen der Oboensonaten von Georg Friedrich Händel und Johann Sigismund Weiss sowie die Ersteinspielung von Händels Oper "Giove in Argo", alle beim Label Musicaphon, Kassel. 2009 ist die CD "Musik aus sächsischen Schlosskirchen", Werke für Barockoboe und Orgel von Bach, Krebs, Homilius, Tag, u.a. erschienen. Mitwirkung beim Hörbuch "Der Kopf des Georg Friedrich Händel" erschienen im Oktober 2009 beim Label Cybele-Records. Im November 2010 erschien die Gesamteinspielung der 12 Sonaten für Oboe und Basso continuo von William Babell, von Kulturradio Berlin mit fünf Sternen ausgezeichnet. 2014 erschien eine Einspielung mit Bläserkammermusik von Johann Wilhelm Hertel, die im Oktober 2015 mit einem ECHO Klassik ausgezeichnet wird. Die neueste CD enthält Werke des zu Unrecht völlig unbekannten Bach-Zeitgenossen Johann Georg Linike als erste CD-Einspielung mit Musik dieses Komponisten überhaupt, sie wurde im Oktober 2016 ebenfalls mit einem ECHO Klassik ausgezeichnet. Im September 2017 ist eine CD des Komponisten Johannes Martin Doemming erschienen, der in Westfalen am Hof von Hohenlimburg und Rheda-Wiedenbrück gewirkt hat, sie enthält Instrumentalmusik in verschiedenen Besetzungen und eine Kantate für Altus und Bläser unter Mitwirkung von Kai Wessel, Altus. 2019 erschien eine CD mit Werken des Bach-Zeitgenossen Christoph Förster, 2020 ein Portrait der Oboistin Karla Schröter mit barocken Oboensonaten aus Deutschland und England. 2021 erschien zum 350. Geburtstag von Tomaso Albinoni die CD mit dem Titel: Favourite Melodies, Werke von Albinoni, Bach und Walther. 2023 erschien eine CD-Einspielung mit Werken von Elias Bronnemüller, 2024 eine Ersteinspielung mit Kantaten von Christian Ludwig Boxberg.
Karla Schröter, die Leiterin des Ensembles CONCERT ROYAL, Köln, studierte zunächst Orgel und Cembalo in Freiburg, Stuttgart und Amsterdam (Ton Koopman). Danach legte sie ihren Schwerpunkt auf das Spiel historischen Oboen-Instrumente; zu ihren Lehrern zählen hier Paul Dombrecht und Marcel Ponseele.
Mit ihrem Ensemble führt sie eine umfangreiche Konzerttätigkeit in Kammermusik- und Orchesterformationen in ganz Deutschland und dem europäischen Ausland durch. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf facettenreichen Programmen in Bezug auf Instrumentalbesetzungen und Werkauswahl. Durch ihre ständige Forschungstätigkeit in Bibliotheken im In- und Ausland können die Programme von CONCERT ROYAL Köln mit immer wieder neuen, noch unbekannten Glanzlichtern aufwarten.
Nelson Lee wurde 1962 in Binghamton (New York) geboren. Schon sehr früh erhielt er bei seiner Mutter Klavierunterricht und war , seit er 14 Jahre alt war, fast jeden Sonntag als Organist in Gottesdiensten zu hören. Sein Musikstudium mit Hauptfach Orgel schloss er an der Yale University mit summa cum laude ab. Sein Orgellehrer war Charles Krigbaum. Nach dem Studium emigrierte Nelson nach Norwegen, das Geburtsland seiner Mutter. 2023 erhielt er von der Royal Norwegian Society for Development eine Medaille anlässlich seines 30-jährigen Dienstjubiläums als Organist und Klavierlehrer in der Stadt Løten.
Er wirkte als Pianist bei zahlreichen Festivals und Eurythmieaufführungen in Waldorfschulen in Dornach, Witten-Annen mit, zusammen mit Formationen wie dem Boreas Ensemble. Er gab Klavierabende im Château de Brissac und Orgelkonzerte u.a. in der Anglicanischen Kirche in Honolulu.
Eine besondere Verbundenheit fühlt Nelson Lee seit seiner Jugend zur Spanischen Musik, besonders zum Komponisten Joan Cabanilles. Gegenwärtig arbeitet er an einer Notenausgabe mit teils noch unedierten Werken von Cabanilles, von der bereits 3 Bände beim American Institue of Musicology (www.corpusmusicae.com) CEKM 48-1, 2, 3 erschienen und zwei weitere beim Verlag in Vorbereitung sind und 2026 erscheinen werden. Ein Artikel über Cabanilles erschien im Anuario del Instituto del Órgano Hispano, Ausgabe 2025 (https://www.institutodelorganohispano.es/publicaciones-2/3). Nelson hat einen Youtube-Kanal, auf dem er u.a. Werke von Cabanilles an seiner Orgel in Løten eingespielt hat (http://youtube.com/@nelsonlee9282).
Mit dieser vielseitigen Konzertreihe unterstreicht der Verein Musik in Olper Kirchen einmal mehr sein Engagement für qualitativ hochwertige Kammermusik und historisch informierte Aufführungspraxis. Die Konzerte laden dazu ein, bekannte Klangwelten neu zu entdecken und außergewöhnliche Instrumentenkombinationen in der besonderen Atmosphäre von Olper Kirchen zu erleben.